[Blogparade] Modesünden, gibts die wirklich?
Unsere Claudia hat sich für die ü30Bloggeraktion Ende April ein wirklich spannendes Thema ausgesucht. Ehemalige Modesünden oder plötzlich in Ungnade gefallene Trends.
So leicht finde ich das Thema nicht. Denn wenn man eine Zeit erlebt, erscheinen einem bestimmte Modetrends absolut plausibel. Und meist gefallen sie einem auch. Vielleicht weil das Auge sich auch schnell daran gewöhnt. Sie sind ja nicht plötzlich da, sondern sind entweder ein Kontrapunkt zu den vorangegangenen Jahren, oder aber eine folgerichtige Entwicklung daraus.
Ich bin nicht so der Typ, der sich gut an Dinge, Situationen oder Menschen erinnert, die er nicht mochte. Dafür ist mein Gedächtnis für Details genau dann wirklich "belastbar", wenn es schöne Gelegenheiten sind, an die ich mich erinnere. Bei sehr emotionalen Gelegenheiten weiß ich sogar nach 35 Jahren noch, was ich an hatte, warum ich die Kleidung gewählt habe, wie ich mich beim Tragen gefühlt habe. Und natürlich erinnere ich mich 1a an Kleidung die ich sehr geliebt habe.
Zum Einstieg fange ich mal mit Claudias Anregungen an:
Low-Waist-Jeans?
Späte 90er, Anfang 2000er. Ich fand weder sichtbare Schamhaargrenzen, Maurerdekolletés, Arschgeweihe, noch sichtbare Wäsche/BH-Träger schön. Und tue es auch heute noch nicht. Selbst bei ausgestellten Hosen - Ende der 90er - hatte ich zu Beginn optische Vorbehalte. Schlaghosen waren die Hosen meiner Kindheit. Ich war Jahrzehnt "Röhre".
Grundsätzlich mag ich keine Kleidung (an mir UND anderen), die optisch sexuell belästigt. Zu kurz, zu tief, zu rot. An SM bzw. Bondage erinnernde Teile. Religion und Sexualität sind für mich "Privatsache", das gehört nicht in die Öffentlichkeit.
Tätowierungen mag ich auch nicht wirklich. Wenn sie sichtbar sind, empfinde ich sie als Fremdkörper. Als ich ein Kind war, hatten nur "Grattler", "Gammler" und "Knastrologen/Jailbirds" Tätowierungen. Ich bin konservativ erzogen worden, aber würden mir Tätowierungen gefallen, würde ich mir vermutlich eines machen lassen. Also, wenn ich wüsste was es sein soll. Obwohl sonst eher kreativ, fällt mir da nix ein, was ich auf meiner Haut verewigt haben möchte.
Schulterpolster?
Habe ich in den 80ern getragen. Dabei habe ich wirklich keine nötig. Ich hab kein Problem mit ihnen, aber zu massiv mag ich sie an mir nicht.
Crocs?
Hm. Dafür sind meine Füße zu lang und zu dürr. Hab sie einmal probiert. So wie Flip-Flops. Die sind mit meinen Füßen auch nicht kompatibel. Ist für mich jetzt aber auch kein echter Verlust. In dem Zusammenhang fallen mir noch Gummistiefel ein. Ich hab (wieder) welche, seit mein Sohn 3 geworden ist. Die trage ich maximal zur Gartenarbeit oder wenn ich in meinem Wald unterwegs bin. Als modisches Accessoire sehe ich die auch nicht.
Socken und Söckchen
in Sandalen?
Habe ich mal probiert. In Peep-Toes…. joooaaa. Muss nicht sein.
in Ballerinas?
Söckchen in Ballerinas habe ich in den 80ern getragen. Ist mir heute zu mädchenhaft.
Sichtbare, weiße Tennissocken in Bootsschuhen?
Burlingtonsocken in Badeschlappen?
Modefarben?
Was ich nicht mehr trage, sind Modefarben die mir nicht stehen. Z.B. Butter Yellow und warme Gewürztöne. Wie dieses warme Weinrot. Als klassisches Kostüm. Zu Penny Loafern mit Blockabsatz. Das bin ich so einfach gar nicht. Gut, die Penny Loafer nicht mehr, weil meine Füße zwischenzeitlich wieder geschrumpft sind. Und die Fotos sind auch schon 30 Jahre alt. Kurz nach der Entbindung hatte ich noch immer so viel Wasser in den Füßen, dass sogar Pumps daran gehalten haben. Normal kann ich keine drei Schritte darin laufen, ohne sie zu verlieren.
Aktuelle Schnitte?
Schnitte, die "nix für mich tun" trage ich auch nicht mehr. Keine Bundfaltenhosen, Karottenhosen oder Hochwasserhosen. An anderen kann mir das durchaus gefallen. Von "nicht ertragen können", kann also nicht die Rede sein.
Und dann gibt es natürlich Sachen, die schon mal Trend waren. Da habe ich sie getragen (Shorts, Miniröcke, Radlerhosen etc.). Die trage ich heute nicht mehr. Aber nicht, weil ich finde, dass das nicht grds. gut ausschauen kann, sondern weil es mir an mir nicht mehr gefällt.
Dauerwellen?
Hatte ich in meinem Leben genau vier Stück. So zwischen 1985 und 1993. Das funktioniert mit meinen Haaren nicht. Ich sehe damit aus, wie ein aufgeplatzter Polstersessel. Und außerdem hat es jedes Mal meine Haare total geschrottet. Die sind ja jetzt wieder "in Mode". Würde ich mir aber aus eben genannten Gründen nie mehr machen lassen.
Oben rechts und unten links. Die übrigen "Wellen" sind Natur.
Ein Beitrag über Modesünden aus 2014
Über Modesünden habe ich 2014 schon einmal geschrieben. Da der Beitrag so oft in der Google-Suchergebnisliste auftauchte, habe ich ihn leicht überarbeitet 2023 nochmal veröffentlicht. Neben Birkis bin ich in diesem Beitrag auch auf Cowboystiefel eingegangen. Wer die in den 80ern im Zuge seines Mindsets getragen hat, hat sie immer unter der Hose getragen. Da kann die Modebranche sagen, was sie will. Das wird sich für mich nie ändern. Cowboystiefel über Jeans sehen einfach nur doof aus.
Aber lasst es mich erklären. Cowboystiefel sind "Arbeitsschuhe". Die sind teurer als eine Jeans. Also tragen die Cowboys die Hose darüber, um die Stiefel vor Dreck zu schützen. Die Jeans muss dabei so lang sein, dass sie im Sattel sitzend und die Beine gespreizt so lang ist, dass sie bis zum Knöchel reicht. Geht mir also weg mit diesen Hochwasserhosen.












Kommentare
Kommentar veröffentlichen