[Blogparade] Modesünden, gibts die wirklich?

 Unsere Claudia hat sich für die ü30Bloggeraktion Ende April ein wirklich spannendes Thema ausgesucht. Ehemalige Modesünden oder plötzlich in Ungnade gefallene Trends.

Looks aus 1984

So leicht finde ich das Thema nicht. Denn wenn man eine Zeit erlebt, erscheinen einem bestimmte Modetrends absolut plausibel. Und meist gefallen sie einem auch. Vielleicht weil das Auge sich auch schnell daran gewöhnt. Sie sind ja nicht plötzlich da, sondern sind entweder ein Kontrapunkt zu den vorangegangenen Jahren, oder aber eine folgerichtige Entwicklung daraus.

Ich bin nicht so der Typ, der sich gut an Dinge, Situationen oder Menschen erinnert, die er nicht mochte. Dafür ist mein Gedächtnis für Details genau dann wirklich "belastbar", wenn es schöne Gelegenheiten sind, an die ich mich erinnere. Bei sehr emotionalen Gelegenheiten weiß ich sogar nach 35 Jahren noch, was ich an hatte, warum ich die Kleidung gewählt habe, wie ich mich beim Tragen gefühlt habe. Und natürlich erinnere ich mich 1a an Kleidung die ich sehr geliebt habe.

Zum Einstieg fange ich mal mit Claudias Anregungen an:

Low-Waist-Jeans?

Späte 90er, Anfang 2000er. Ich fand weder sichtbare Schamhaargrenzen, Maurerdekolletés, Arschgeweihe, noch sichtbare Wäsche/BH-Träger schön. Und tue es auch heute noch nicht. Selbst bei ausgestellten Hosen - Ende der 90er - hatte ich zu Beginn optische Vorbehalte. Schlaghosen waren die Hosen meiner Kindheit. Ich war Jahrzehnt "Röhre".

Grundsätzlich mag ich keine Kleidung (an mir UND anderen), die optisch sexuell belästigt. Zu kurz, zu tief, zu rot. An SM bzw. Bondage erinnernde Teile. Religion und Sexualität sind für mich "Privatsache", das gehört nicht in die Öffentlichkeit.

Tätowierungen mag ich auch nicht wirklich. Wenn sie sichtbar sind, empfinde ich sie als Fremdkörper. Als ich ein Kind war, hatten nur "Grattler", "Gammler" und "Knastrologen/Jailbirds" Tätowierungen. Ich bin konservativ erzogen worden, aber würden mir Tätowierungen gefallen, würde ich mir vermutlich eines machen lassen. Also, wenn ich wüsste was es sein soll. Obwohl sonst eher kreativ, fällt mir da nix ein, was ich auf meiner Haut verewigt haben möchte.

Schulterpolster? 

Habe ich in den 80ern getragen. Dabei habe ich wirklich keine nötig. Ich hab kein Problem mit ihnen, aber zu massiv mag ich sie an mir nicht.

Crocs? 

Hm. Dafür sind meine Füße zu lang und zu dürr. Hab sie einmal probiert. So wie Flip-Flops. Die sind mit meinen Füßen auch nicht kompatibel. Ist für mich jetzt aber auch kein echter Verlust. In dem Zusammenhang fallen mir noch Gummistiefel ein. Ich hab (wieder) welche, seit mein Sohn 3 geworden ist. Die trage ich maximal zur Gartenarbeit oder wenn ich in meinem Wald unterwegs bin. Als modisches Accessoire sehe ich die auch nicht.

Socken und Söckchen

in Sandalen? 

Habe ich mal probiert. In Peep-Toes…. joooaaa. Muss nicht sein.

in Ballerinas? 

Söckchen in Ballerinas habe ich in den 80ern getragen. Ist mir heute zu mädchenhaft.

Looks aus 1984 

Sichtbare, weiße Tennissocken in Bootsschuhen?

Anfang der 90er z.B. in London.

Looks aus 1993  
Alles was klassisch ist. Tressen Slipper (unten rechts) - passt nicht zu meinem Typ.

Burlingtonsocken in Badeschlappen? 

Keine Ahnung, was mich da geritten hat.

 Looks aus 1987/1988

Modefarben?

Was ich nicht mehr trage, sind Modefarben die mir nicht stehen. Z.B. Butter Yellow und warme Gewürztöne. Wie dieses warme Weinrot. Als klassisches Kostüm. Zu Penny Loafern mit Blockabsatz. Das bin ich so einfach gar nicht. Gut, die Penny Loafer nicht mehr, weil meine Füße zwischenzeitlich wieder geschrumpft sind. Und die Fotos sind auch schon 30 Jahre alt. Kurz nach der Entbindung hatte ich noch immer so viel Wasser in den Füßen, dass sogar Pumps daran gehalten haben. Normal kann ich keine drei Schritte darin laufen, ohne sie zu verlieren.

Looks aus 1996 

Aktuelle Schnitte?

Schnitte, die "nix für mich tun" trage ich auch nicht mehr. Keine Bundfaltenhosen, Karottenhosen oder  Hochwasserhosen. An anderen kann mir das durchaus gefallen. Von "nicht ertragen können", kann also nicht die Rede sein.

Looks aus 1986 

Looks aus ca. 1982 

Und dann gibt es natürlich Sachen, die schon mal Trend waren. Da habe ich sie getragen (Shorts, Miniröcke, Radlerhosen etc.). Die trage ich heute nicht mehr. Aber nicht, weil ich finde, dass das nicht grds. gut ausschauen kann, sondern weil es mir an mir nicht mehr gefällt.

Dauerwellen? 

Hatte ich in meinem Leben genau vier Stück. So zwischen 1985 und 1993. Das funktioniert mit meinen Haaren nicht. Ich sehe damit aus, wie ein aufgeplatzter Polstersessel. Und außerdem hat es jedes Mal meine Haare total geschrottet. Die sind ja jetzt wieder "in Mode". Würde ich mir aber aus eben genannten Gründen nie mehr machen lassen.

Looks aus 1985 

Oben rechts und unten links. Die übrigen "Wellen" sind Natur. 

Looks aus 1989 

Ein Beitrag über Modesünden aus 2014

Über Modesünden habe ich 2014 schon einmal geschrieben. Da der Beitrag so oft in der Google-Suchergebnisliste auftauchte, habe ich ihn leicht überarbeitet 2023 nochmal veröffentlicht. Neben Birkis bin ich in diesem Beitrag auch auf Cowboystiefel eingegangen. Wer die in den 80ern im Zuge seines Mindsets getragen hat, hat sie immer unter der Hose getragen. Da kann die Modebranche sagen, was sie will. Das wird sich für mich nie ändern. Cowboystiefel über Jeans sehen einfach nur doof aus. 

Aber lasst es mich erklären. Cowboystiefel sind "Arbeitsschuhe". Die sind teurer als eine Jeans. Also tragen die Cowboys die Hose darüber, um die Stiefel vor Dreck zu schützen. Die Jeans muss dabei so lang sein, dass sie im Sattel sitzend und die Beine gespreizt so lang ist, dass sie bis zum Knöchel reicht. Geht mir also weg mit diesen Hochwasserhosen.

Gibt es Modesünden überhaupt?

Nein. Nein. Ich würde sagen, die gibt es nicht. Und schon gar keine Sünden. Letztlich bleibt es jedem und jeder selbst überlassen, was sie tragen möchte und ob sie oder er sich darin wohl fühlt. Das ist find ich das Wichtigste. Jede Zeit hat ihre Moden. Selbst wenn etwas nach über 30 Jahren "schräg" wirkt, war es damals vermutlich völlig unspektakulär. Und wenn man es ausziehen und abschneiden kann (Haare), dann würde ich da niemals von einer Sünde sprechen. 

So und jetzt gucken wir gemeinsam, was die übrigen Blogger*innen unserem aktuellen Thema beizusteuern haben. Kommt mir gut durch den Freitag, lasst es Euch gut gehen und bleibts ma gsund
Sunny

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Kommentare

  1. Guten Morgen Sunny, am „schärfsten“ finde ich die Burlington in Schlappen. Du trägst es augenscheinlich mit Würde. ☺️ So lustig manche Trend wieder zu sehen. Eine Dauerwelle hatte ich auch mal😂 Eine schlne Reise in die Vergangenheit, tolle Fotos.
    Ich liebe ja kürzere Hosen und musste auch darüber lachen. Interessent Deine Meinung zu Tattoos. Eins habe ich, etwas größer auf dem unteren Rücken, etwas größer als nur A* Geweih, so mit Blumenranken. Der Göga sagt immer Bauernmalerei, ja hat Ähnlichkeit😂🤭😅. So große Unterschiede, heute zu früher. Aber ich kann da ganz gut umdenken und sehen, ja das ist heute.Da darf der BH mal rausgucken. Zu viel möchte ich auch nicht sehen, aber das ist vielleicht persönlicher Geschmack.
    Ich wünsche Dir einen schönen Freitag, liebe Grüße Tina

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    1. Hmmm. Mit Würde? Vermutlich, weil ich 1. nicht viele Socken dabei hatte und weil es 2. im Mai in Südfrankreich vor allem morgens doch noch recht frisch war. Du hattest eine Dauerwelle???
      Ich habe kein "Problem" damit, wenn Leute Tattoos haben. ICH finde es nur nicht schön, wenn jede kleiderfreie Körperstelle damit bedeckt ist. Vielleicht weil es mich einfach "ablenkt". Ich will den Menschen sehen und nicht von einem Comic abgelenkt werden.
      Mein Opa war im ersten Weltkrieg auf einem U-Boot und hat sich einen Anker auf den Unterarm tätowieren lassen. Es stand als unveränderliches Kennzeichen in seinem Pass und er hat es immer bereut. Muss man das heute auch noch in den Pass eintragen lassen?
      Warum hast Du Dir die Bauernmalerei nicht gerahmt in den Flur gehängt. Dann hättest Du sie täglich bewundern können und müsstest sie nicht mit Dir herum tragen? :-) :-)
      BG und komm gut in die kurze Woche
      Sunny

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  2. Genau das ist es doch: Mode ist so viel mehr als nur Kleidung, sie hängt immer an Gefühlen, Erinnerungen und kleinen Geschichten. Dein Blick auf das Thema gefällt mir sehr!
    Genau das ist es doch heute: ein viel klareres Gefühl dafür, was man will – und was eben nicht mehr.
    Und du hast recht - keine Modesünden, sondern einfach Entscheidungen, die zu einem Zeitpunkt gepasst haben. Das nimmt dem Ganzen so schön die Schwere! 😄
    Ein richtig schöner Beitrag – ich habe ihn sehr gern gelesen!
    Und die Fotos sind wunderbar, es ist so schön, sich anhand von Bildern an die Vergangenheit erinnern zu können, nicht wahr? 💛
    Gruß & Kuss,
    Claudia

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    1. Ich glaube, wir haben einen recht ähnlichen Blick auf Mode und ihre Veränderung. Das gute bei Mode ist ja, man kann sie ausziehen oder abwaschen. Und sich so immer wieder neu erfinden.
      Freut mich, dass Dir mein Post gefallen hat.
      Ja, ich gucke auch gerne Fotos. Ein Blick auf mich und andere Menschen. Manche sind noch immer Teil meines Lebens, andere nicht mehr. Das ist der Lauf der Dinge. :-)
      Komm gut in die neue Woche, BG Sunny

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  3. "modesünden" bezogen auf sogenannte trends ist doch nur eine erfindung, damit die leute sich neue klamotten, schuhe, taschen und frisuren kaufen..... wer da drauf reinfällt ist ein modeopfer :-D
    aber es gibt "kleidungssünden". grundsätzliche: z.b. zu enge, einschneidende kleidung und schuhe - oder für den anlass extrem unpassende kleidung (wanderschuhe/-kleidung in der semperoper!). spezielle: visible panty lines und lippenlesehosen. krumme strumpfnähte. kragenspeck. fehlende knöpfe. labershirts........
    xxx

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    1. Ich glaube nicht, dass es soo einfach ist. Also in der Theorie. Ich glaube, dass auch "die Designer" nur die Strömungen der Straße aufgreifen. Irgendwann haben die Leute Dinge einfach über. Nach den Schlaghosen, habe ich mich wieder über die Röhren gefreut. Immer dann, wenn ich etwas aus dem Schrank gezogen habe und dachte, DAS zieh ich nie wieder an, es ist SO WEIT von der aktuellen Mode entfernt, dann hätte ich meinen rechten Arm verwetten können, dass es spätestens 1 Jahr später der HEISSE Schei* wurde.
      Es wird also immer und immer wieder das rausgezogen, was am absurdesten erscheint. Eine coole Idee. Nichts ist langweiliger, als Berechenbarkeit. Oder?
      Bei den Kleidungssünden bin ich bei Dir. Sauber und ordentlich sollte sich einrichten lassen. "Modisch" muss dagegen ganz sicher nicht zwangsläufig sein.
      BG und komm gut in die neue Woche
      Sunny

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  4. Toller Post! Mir gefallen die Fotos, die durch die Jahrzehnte führen, sehr gut. In der Mode ist es so, alles hatte seine Zeit und passte dadurch auch. Nur mit Dauerwellen tue ich mir bis heute schwer. Obwohl auch 2026 Frisuren mit Dauerwelle zu sehen sind.

    Das Foto von dir im Pool ist besonders hübsch.
    Liebe Grüße

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    1. Freut mich, dass Dir die Fotos und der Post gefallen.
      Ich persönlich mag große Locken und Wellen einfach gerne. Ich mag mich mit Locken. Nur sind meine Haare so schwer, dass meine Naturwellen selten lange durchhalten.
      Dauerwellen sind wieder im Trend. Und es gibt auch Haare, bei denen sie gut funktionieren. Meine nehmen das Zeug sehr unterschiedlich und partienweise sehr schwer an. Aber man kann halt einfach nicht alles haben.
      BG Sunny

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  5. Ich glaube, heute könnte man die Dauerwelle auch so machen, dass sie natürlich aussieht und die eigenen Locken/Wellen unterstützt, da bin ich mir sicher. Damals sahen ja fast alle aus wie aufgeplatzte Polstersessel, vor allem, wenn man mit der Bürste drüber ging... :-DDD
    Ich denke, all die so genannten "Modesünden" von damals sind nix anderes als unsere persönliche "Stilfindung", die wiederum nichts anderes ist als Selbstfindung. Von wegen oberflächlich!
    Das war eine spannende Reise und Burlington Socken in Schlappen macht absolut Sinn, die soll man schließlich auch sehen! :-)))
    Liebe Grüße
    Maren

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    1. Vermutlich hast Du Recht, Maren. Aber den Friseur zu finden, der das drauf hat, dürfte bedeuten, die Stecknadel im Heuhaufen zu suchen. So wichtig ist es mir dann doch nicht. :-)
      Ja. Mode ist immer ein Angebot zu experimentieren. Das kann klasse aussehen. Oder schief ausgehen.
      Ich habe damals immer "bunte" Socken getragen. Und unter kalten Füßen gelitten. Barfuß in Schuhen wirst Du mich nur antreffen, wenn Schulterfrei funktioniert. Also ab 30 Grad. :-))
      BG Sunny und einen guten Start in die kurze Woche

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  6. Wir ticken anscheinend ähnlich. Ich finde auch, es gibt keine Modesünden. Socken in Sandalen, Schulterpolster, habe ich alles mitgemacht. Klar würde ich dad heute nicht mehr so tragen. Aber das ist egal. Mode soll Spaß machen.
    Eine schöne Stilreise von dir.

    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Wäre es heut plötzlich modern, Spitzenpanties als Kopfbedeckung zu tragen, würde ich es vermutlich auch testen. Sofern die Farbe des Slips zum Outfit passt. :-)
      Stell Dir vor, alle hätten bei Edeka Slips auf dem Kopf. Nur einer nicht. Der es verpasst hat. :-)
      Mode soll Spaß machen. Überhaupt sollte man sich selbst ja auch nicht zu ernst nehmen.
      Freut mich, dass Dir die Fotos gefallen.
      BG und eine kurze Woche mit wenig Arbeitsstress
      Sunny

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  7. Oh liebe Sunny, das ist so ein schöner und interessanter Rückblick. Ich erkenne Dich auf allen Bildern. Den Begriff Modesünden nehme ich auch nicht wortwörtlich. Er ist doch irgendwie mit einem Augenzwinkern gemeint und ich finde es völlig normal, wenn man bei älteren Fotos manches mal denkt, oh je, was trug ich denn damals? So ist es ja auch mit den Frisuren. In meinem Leben hatte ich tatsächlich in den Achtzigern und Neunzigern sehr viele Dauerwellen, eigentlich sogar durchgehend. Selbst Anfang der 2000 gab es bei mir noch mal die eine oder andere Dauerwelle. In den letzten Jahren sind meine Naturlocken bzw. Naturwellen viel mehr geworden (hatte als Kind auch Naturlocken ;-), so dass ich keine Dauerwelle mehr benötige. Ist auch viel besser fürs Haar ;-).
    Ich wünsche Dir einen schönen Maifeiertag.
    LG
    Ari

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  8. Nackte begehen keine Modesünden ....*gg
    Ne ganz im ernst . So was gibt es gar nicht.
    Alles zu seiner Zeit :))
    LG heidi

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