Burning Love


In meinem Post "Fat bottemed girls" ging es mir primär um vermeintlich "optische Mankos", wie ein fetter Hintern, oder vielleicht auch nur eine "weibliche Figur". Wer legt eigentlich fest, was ein "optisches Manko" ist, das dazu führen könnte, dass man uns nicht schön findet und schlimmstenfalls nicht liebt? Eine große, gnubbelige Nase, riesengroße Segelohren, einen Oberkörper in Gr.34 und einen Unterkörper in Gr.42? Ja... gemeinhin wird das nicht als schön empfunden. Aber was soll es uns selbst helfen, wenn wir uns mit einem unlösbaren "Problem" das Leben schwer machen. Es bringt überhaupt nichts, sich darauf zu fokussieren. Da sind wir uns hoffentlich einig.

Ich habe nicht gesagt, dass wir uns unsere Mankos schönreden sollen. Ich habe nur gesagt, dass wir uns auf unsere Vorzüge konzentrieren sollen. Und dass wir uns wegen unserer Vorzüge und auch für unsere Mankos lieben sollen. Sich selbst zu lieben, macht schön und begehrenswert. Nichts anderes ist so effektiv. Die Liebe schenkt ein Strahlen, das von innen kommt, das jeden Menschen wie pures Gold glänzen lässt. Ich denke man kann andere nur dann von Herzen lieben, wenn man sich selbst aus tiefster Seele liebt. Menschen sind nicht perfekt. Das wussten auch schon die alten Griechen.
Und selbst die Götter sind es nicht. Und trotzdem werden sie geliebt.



Und ich möchte das explizit von Verantwortung abgrenzen. Ich kann für mich und andere auch dann die Verantwortung übernehmen, wenn ich mich nicht selbst liebe. Die eigenen Kinder zu lieben ist eher leicht, denn sie bringen einem von Anfang an absolutes Vertrauen und Offenheit entgegen. Und das tolle: Sie lieben einen, egal wie hässlich, dick und alt man tatsächlich ist. Und was man für Fehler und Unarten hat. Und da sieht mans ganz deutlich. Liebe hat nichts mit objektiver Schönheit, Perfektion und Jugend zu tun. Und wenn Deine Kinder das können, dann kannst auch Du Dir vertrauen, offen mit Dir sein und Dich einfach lieben.

Und will jetzt hier kein "ja, schon, aber" hören. Keiner kann Dir verbieten, Dich selbst zu lieben. Und Du kannst Dich auch dann lieben, wenn Du boshaft, streitsüchtig und gehässig bist. Du darfst das. Auch wenn Du der einzige bitst. Aber Du wirst bald keine Lust mehr auf Gehässigkeit haben, sie verbittert Dir bloß die frischfruchtige Laune, die die Liebe zu Dir selbst in Dir verbreitet.



Letztlich ist unser Alter nur eine Zahl. Aber ich muss sagen, ich genieße mein Alter. Ich denke aber auch gerne an mein Leben vor 30, 20, 10 oder 5 Jahren zurück. Aber was vorbei ist, ist vorbei und was kommt, das kommt. Die Frage ob mir das gefällt, stelle ich mir nicht. Es ist der Fluss des Lebens. Und in unserem großen Familien- und Freundeskreis tummelt sich aktuell alles zwischen 4 und bald 81. Ich kenne einige dieser Menschen, seit ich denken kann. Ich war das kleine Kind, der Teenager, die junge Frau, die junge Mutter, die gestandene Frau. Und jetzt bin ich die Frau mit großem Kind, die etablierte, erfolgreiche Frau. Irgendwann werde ich Oma, Pensionärin oder gar die alte Frau sein. Ältere sterben weg, Babies werden geboren. Und die lernen das auf natürliche Art und Weise, dass es Menschen im verschiedenen Alter gibt. Jeder hat seinen Platz, seine Rolle in diesem Sozialsystem. Und die Jobs, die jeder übernimmt, die wechseln. Bisher war es zum Glück nie notwenig, dass die Menschen in ein Pflegeheim mussten. Was für ein Glück in der gewohnten Umgebung und im gewohnten Umfeld alt werden und sterben zu dürfen.

Es wird gemeinsam gearbeitet und gemeinsam gefeiert, gemeinsam getrauert und sich geholfen. Vermutlich gehöre ich zu den privilegierten Menschen, die in einer umfänglichen, stabilen Sozialstruktur aufgewachsen sind und bewußt darin leben.
Die, die vor 15 Jahren noch mit aufs Gerüst stiegen, haben ihre Rolle sukzessive an die jüngeren abgegeben. An die, die damals noch Kinder waren. Und da wird nicht gemurrt. Und nur weil jemand nicht mehr körperlich helfen kann, wird er nicht aussortiert. Er ist noch genauso "in der Band" wie vorher. Und das ist die Botschaft, die hier alle mitbekommen. Wir sind die Band. Und jeder hat seinen Platz, auch wenn es immer mal wieder ein anderer Platz ist.



Ich sehe das auch bei meinen Mitarbeitern im Büro. Die sind zwischen Anfang 20 und Ende 50. Und man ist als junger Mensch einfach leistungsfähiger. Die schaufeln, und werkeln. Aber wenns ans Eingemachte geht, ist der Rat der Seniors immer gefragt und wird dankbar angenommen. Und ich muss wirlich sagen, ich bin froh, dass ich nach 30 Berufsjahren langsam zu den Seniors gehöre. Ich fühle mich in dieser Rolle wohl. Nach 30 Jahren im selben Job, macht Dir keiner so schnell ein X für ein U vor. Sind ja auch nur noch 15 Jahre bis zur Pension.

Und wenn ich mir die ü80 jährigen Damen und Herren in verschiedenen Sport-Kursen so angucke, die sind richtig fit. Alt sein und alt wirken sind 2 ganz unterschiedliche Dinge. Zum alt werden gibt es auch nur eine einzige Alternative. Jung sterben. Das wollen die wenigsten. Man wird alt. Punkt. Und was nützt es jemand, mit 50 auszusehen wie gerade noch im gebärfähigen Alter? Absolut nichts. Man ist es nämlich einfach nicht mehr. Die Biouhr hat ausgetickt. Was ich jetzt so schlecht nicht finde.



So. Und jetzt seit Ihr dran. Schnappt Euch Euren Mann oder wer auch sonst gerade greifbar ist. Zur Not tanzt ihr auch gerne alleine. Ihr sollt ja schließlich in Bewegenung bleiben und nicht einrosten. Damit Ihr Euch nicht von den Bildern ablenken lasst, gibt es absichtlich die Studioversion.



Respekt vor Menschen hat nichts mit dem Alter oder mit Schönheit zu tun. Den verdienen sie sich mit Größe, Menschlichkeit und Wissen. In diesem Sinne, lasst es Euch gut gehen und bleibts ma gsund
Sunny

Kommentare

  1. "Sich selbst zu lieben, macht schön und begehrenswert." So ist es!

    Warum gibt es so viele Männer, die als toll gelten und keiner optischen Norm entsprechen, aber eher wenige Frauen? Das werde ich nie begreifen.

    Wenn ich meine, mich nicht lieben zu können, weil ich aus meiner Sicht negative innere Eigenschaften oder Angewohnheiten habe, kann ich das doch auch als Anlass nehmen, diese abzulegen, und mich dann lieben. Dann kann ich sogar noch stolz darauf sein, positiv an mir gearbeitet zu haben.

    Und warum lieben Kinder dicke Frauen und fühlen sich dort geborgen und schon als Teenager nicht mehr? Es kippt, weil sie sich der Sicht der Gesellschaft anpassen. Aber warum ist die Gesellschaft in Nordeuropa so?

    LG Ines

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    1. Zu 1. Ist das wirklich so? In meinem realen Umfeld sehe icj das nicht. Aber in der Internet Blase stelle ich zumimdest fest, dass Frauen hier ein Problem haben.

      2. Es gibt sich Eigenschaften, die man ablegen kann. Aber es gibt auch Wesenszüge, die sich nicht so gut ändern lassen. Wir alle wissen doch, auch der Partner kann sich nur bis zu einem gewissen Grad ändern.

      Ich nin zum Beispiel manchmal faul. Das war nicht immer hilfreich. Das habe ich gelernt zu vermeiden. Aber wenn es nicht wirklich dem Weltfrieden gefährdet bin ich noch immer faul. Ist mir viel zu anstrengend perfekt sein zu wollen. Meine persönliche Burn Out Vermeidungsstrategie. LG Sunny

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  2. Eigentlich siehst Du das gar nicht anders als ich. Mir ging es darum, dass man auch mal an sich rumnörgeln darf. Das heißt ja noch lange nicht, dass man sich nicht liebt, wenn man einen schlechten Tag erwischt. Mir gefällt es nur nicht, ständig etwas eingetrichtert zu bekommen.

    Ich finde, die Menschen werden heute zu sehr in Normen gepackt, anstatt die unterschiedlichen Facetten des menschlichen Körpers als selbstverständlich zu betrachten. Wen wundert es, dass dann einige einen Knacks bekommen?

    Die Kunst ist, das eigene Maß an Selbstvertrauen zu finden und sich nicht von den Normen beeindrucken zu lassen. Dieses Selbstvertrauen habe ich heute.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Also ich für meinen Teil will gar niemand irgendwas eintrichtern.

      Ich stelle nur fest, dass es zumindest im Netz viel zu viele Frauen gibt, die viel zu kritisch mit sich selbst sind.

      Ein Mensch kann noch so "übel" sein, wenn er sich darin suhlt, kann das nicht besser werden.

      Ich denke diese Selbstkonditionierung wirkt sich positiv auf alle aus. Den Menschen selbst und das Umfeld.

      Ist vermutlich wie Wünschelrutengehen. Man muss einfach dran glauben.

      LG Sunny

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    2. Mit dem Eintrichtern meine ich nicht Dich, sondern die Gesellschaft im Allgemeinen. Und ja, viel zu viele Menschen (vor allem Frauen) nörgeln zu sehr an sich herum. Mir geht es auch nicht um das ständige Kritisieren, sondern darum, dass man einen blöden Tag haben darf, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

      Liebe Grüße Sabine

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  3. Hallo Sunny, sehr schöner Beitrag, sich selbst zu lieben fällt nicht jedem leicht, aber ist für einen selbst so wichtig. Wir Frauen neigen leider oft dazu die Mankos stärker zu sehen als die Vorzüge die wir haben.
    Liebe Grüße Bo

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    1. Dann müssen wir das alle üben, bis es sich im Unterbewußtsein verankert hat. Es muss dich nicht so bleiben, wie es jetzt noch ist. LG Sunny

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  4. Liebe Sunny, in meiner Familie gilt genau das Gleiche. Alle werden geliebt und geschätzt und unterstützt, integriert. Egal wie alt. Was der Ältere nicht mehr leisten kann, übernimmt der Jüngere. Das ist ganz selbstverständlich. Aber wir wohnen ja auch alle zusammen, irgendwie auf 4 Nachbarschaftshäuser verteilt :)
    Jemand der sich selbst nicht liebt, wird oft auch von anderen nicht so geliebt. Er strahlt viel Unmut und Häme aus.
    Ein Mensch der mit sich im Reinen ist, wird von anderen geliebt. Er ist viel positiver und angenehmer in der Wahrnehmung Anderer.
    Du siehst klasse aus Sunny, der Rock ist irre toll! Schöne Fotos mit Deinem Dad <3
    Liebe grüße Tina

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    1. Das sich selbst lieben und keine Angst vor dem Alter haben, geht für mich Hand in Hand.
      Ich finde es wichtig ein ausgewogenes Sozialsystem um sich zu haben, das auch eine gesunde Altersmischung bedeutet. Klar hat das nicht jeder von natur aus. Aber man kann durchaus dran arbeiten, sich sowas aufzunauen. LG Sunny

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  5. Huhu Sunny,
    was man schreibt, das bleibt. Einen solchen Begriff wie "f.... H...." muss man nicht explizit benutzen, sondern ein "runder Po" ist als Bild absolut ausreichend. Ich denke, den Wortschatz in einem bewertenden Kontext zu versachlichen, ist vielleicht mühselig, aber damit fängt Wertschätzung auch an.
    Herzlich grüßt Dich Edna Mo

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  6. Liebe Sunny, es ist ja absolut schön, wenn alle in Deiner Band so zusammenhalten und alle geliebt und unterstützt werden. Es klingt ein bisschen, als wäre es selbstverständlich und die Grundvoraussetzung für Selbstliebe. Ist es aber nicht. Man kann sich aber trotzdem lieben. Ein bisschen sehe ich es aber auch wie Sabine: es ist halt sowas von uncool, und man gilt als Loser, wenn man es nicht pausenlos tut. Finde Dich gefälligst supergeil! ist auch inzwischen zu einem riesen Hype verkommen. Manchmal nervt's auch. Also, nicht Dein Post oder so, mehr so der ganze Trend...
    Liebe Grüße, Maren

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    1. siehtst Du, ich wusste noch gar nicht, dass es ein Trend ist. Und so Selbsfindungs- und -optimierungsbücher lese ich nicht. Ich gebs zu, ich bin so eingebildet zu glauben, dass ich das selbst am besten weiß.

      Aber was ich sehe ist, dass es dringend nötig ist, den Blick zurecht zu rücken. Also nicht nur meinen. Sondern den der Gesellschaft. Wo soll ich angfangen? Ich kann nur und vor meiner Türe damit beginnen. Und hoffen, dass jemand meine Gedanken gut findet, reflektiert und weiter trägt.
      LG Sunny

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  7. Das hast Du wieder auf den Punkt gebracht und nicht umsonst ist die Liebe bedingungslos. Man sieht, dass Du glücklich bist und Dein Sommeroutfit passt perfekt.
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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  8. Du hast ein riesengroßes Glück in einer *wie nennst du es* so stabilen Sozialstruktur aufgewachsen zu sein, das man dir von Klein auf Selbstachtung/Selbstbewusstsein anerzogen hat! Wenn man aber über den Tellerrand schaut ist das die große Ausnahme - ein großes Glück! Die Realität ist eine andere.......Ich z.B musste mich stets alleine durchkämpfen und da blieb die Selbstliebe auf der Strecke! Ich hatte gar keine Zeit meine Gedanken darum kreisen zu lassen - es ging eher immer darum nicht den Halt unter den Füßen zu verlieren! Heute mit 52 fühle ich mich angekommen und ich kann Selbstliebe üben und mich akzeptieren, das werde ich wohl noch machen bis der Deckel über mir geschlossen wird und selbst da werde ich noch denken: Sehe ich okay aus? Liebe Grüße Patricia

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    1. Patricia Du siehst nicht OK aus. Du bist toll. Engagiert. Offen. Ehrlich. Und eine super Oma. Wenn ich jemals eine sooo tolle Oma werde wie Du, dann wäre das die Sahne auf dem Eisbecher.
      LG Sunny

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  9. Wow was für ein toller Beitrag!
    Das ist aber ein kompliziertes und sehr individuelles Thema. Es klingt einfach, aber die Realität kann ziemlich traurig sein. Viele psychische Störungen des Erwachsenenalters beginnen bereits in der Jugend, auch wegen des negativen Einflusses, den wir in den Medien finden.Traurig!
    Ein tolles Outfit und die Bilder sind ein Traum!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  10. Bravo, Sunny! Ein großartiger, motiviernder Post. Du hast Glück, ja, Du bist zeitlebens von Deiner Familie und Deinen Freunden mit liebevollem Respekt behandelt worden. Das ist nicht die Regel, war bei mir auch nicht so. Man muss aber, was man in der Kindheit und Jugend erfahren hat, nicht zwangsläufig fortsetzen. Respektvoll mit sich und anderen umzugehen, kann man lernen und mit dem Respekt kommt das Wohlwollen und die Liebe. Das heißt nicht, dass man sich nur noch durch die rosarote Brille betrachtet. Nur der "Grausschleier Kritik" ist weg. Menschen wie Du helfen einem dabei. Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Sabine

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