Anstiftung zum Rechtsbruch: Schleichwerbung 2.0

Sag Nein zu Schleichwerbung
Wie es bereits hier mehrfach zu lesen gab, bin ich ein Verfechter der Transparenz. Ich hasse es, wenn Informationen und Neuigkeiten hinter vorgehaltener Hand in elitären Grüppchen weitergereicht werden.

Das Internet und die Sozialen Netzwerke haben uns "Kleinen" endlich ein probates Mittel an die Hand gegeben, um unverfälschte, ehrliche und persönliche Meinungen einer großen Masse zur Verfügung stellen zu können, die unverfälschte, ehrliche und persönliche Meinungen schätzt.

Viel zu oft wurde hier in den vergangenen Jahren Schindluder getrieben. Auf den ersten Blick private Blogger, Social Media Nutzer oder neuerdings die sogenannten Influencer haben Ihre private Meinung "verkauft".

Das ist ein Verstoß u.a. gegen das Telemediengesetz, dem zur Folge Schleichwerbung verboten ist.

Was ist Schleichwerbung?


Definition:
Unlauter handelt, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern sich dieser nicht unmittelbar ergibt, und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Handlung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.
Einschlägige Normen:
  • § 5a UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb),
  • Rundfunkstaatsvertrag (§§7, 58), 
  • Telemediengesetz (§ 6 Abs.1 Nr. 1), sowie im 
  • Pressekodex (Ziffer 7)

Wenn Euch eine Werbeagentur/Kooperationsagentur, per Mail zum Beispiel, ein Angebot mit folgendem Inhalt schickt
" dich mehrfach pro Monat, also für die Veröffentlichung mehrerer Artikel zu beauftragen und dir für jeden einzelnen Artikel ........ zu zahlen.....
......Wichtig ist, dass du ein registriertes Gewerbe führst, also ein Gewerbe angemeldet hast und uns eine Rechnung ausstellen kannst.....
.....Voraussetzungen einverstanden bist:
  • Setzen von dofollow-Links
  • Reine redaktionelle Berichterstattung ( keine Werbung )...."
Dann ist das die Anstiftung zu einer Straftat. Die Do-Follow/No-Follow Geschichte ist ein Google-Thema, dass maximal zu einer Abstrafung in Deinem Ranking führen kann.

Aber einen bezahlten Artikel - einen Kooperationspost für eine Firma - NICHT als Werbung zu Kennzeichnen, ist ein Verstoß gegen mehrere Gesetze. Und damit problemlos abmahnbar. Und zwar von allen die so schlau waren, sich den Namen Unternehmens nennen zu lassen.

Lasst Euch auf so was nicht ein. Wo doch neuerdings sogar schon selbst gekaufte und verlinkte Produkte als Werbung (ohne Auftrag) zu kennzeichnen sind.

Es werden 200 Blogger gesucht. Es werden Euch also in naher Zukunft einige im Netz begegnen, die sich dieses "verlockende" Angebot nicht haben entgehen lassen. Und damit hängt Ihr mit drin, seit angreifbar, wenn nicht sogar erpressbar, wenn Ihr das Angebot annehmt.

Die o.g. Bedingung mit der Rechnung finde ich besonders niedlich.

Denkt mal an Prostituierte.

Vor dem 01.01.2002, dem Datum des  Inkrafttretes des Prostitutionsgesetzes, wurden Verträge über sexuelle Dienstleistungen nach allgemeiner Auffassung als sittenwidrig angesehen. Rechtsfolge der Sittenwidrigkeit ist die Nichtigkeit des Vertrages. Daher entstand weder ein Anspruch des Kunden auf Erbringung der Dienstleistung noch ein Anspruch der Prostituierten auf die vereinbarte Gegenleistung. Folge war die Praxis der Vorauskasse; eine Rückforderung des Entgelts war in diesem Fall ausgeschlossen.

Letztlich bedeutet das für mich, dass ein Vertrag über eine Handlung (werbende Verlinkung ohne vorgeschriebene Kennzeichnung), die eine Straftatbestand darstellt, nichtig ist. Ihr habt also keinen Anspruch auf Vertragserfüllung und Zahlung durch die Agentur bzw. den Kooperationspartner.

Habt Ihr diese Mail auch bekommen? Wie geht Ihr mit solchen Mails um?

Normalerweise lösche ich das und fertig. Aber es ärgert mich. Es ärgert mich, dass es Firmen und Agenturen gibt, die nach wie vor auf diese Art und Weise Geschäfte machen wollen und es scheinbar auch können. Und das, während private Blogger abgemahnt werden, weil sie ein Bild gepostet haben, auf der eine (selbstgekaufte) "Marke" zu sehen ist und sie diesen Post nicht als Werbung gekennzeichnet haben.

So geht das nicht. Helft diesen Kreislauf zu unterbrechen. Setzt Euch für ordentlich vergütete, und gesetzeskonform gekennzeichnete Beiträge in den sozialen Medien ein. Macht publik, wenn Euch unlautere Angebote gemacht werden. Lasst Euch das nicht gefallen und Euren guten Namen in den Schmutz ziehen.

Ich hoffe, Ihr könnt Euch auch aus diesem Beitrag wieder was für Euch und Euren Blog und Euren Instagramaccont mitnehmen. Aber soviel sei gesagt: Ich gebe hier nur meine eigene Meinung und Einschätzung der Rechtslage wieder. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Rechtssicherheit. Es handelt sich hier nicht um eine Rechtsberatung.

Kommt mir gut ins "Nachthemd" und in die neue Woche, lasst es Euch gut gehen und bleibts ma gsund
Sunny


Kommentare

  1. Haha du und Dein Nachthemd ...... so Spass beiseite! Ich habe diese Mail auch bekommen und dachte nur was soll das, ich will das nicht und gelöscht! Da ich für mich ja beschlossen habe Kooperationen stets abzulehnen war das eine Handlung ohne Nachzudenken. Liebe Grüße Patricia

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    1. Nachthemd, Nachtgwand... gibt es diese Bezeichnung bei Euch nicht? Ins Nachtgwand kommen, bezeichnet den Zeitraum "vom zu Bett gehen"/Bettfertig machen.
      Wie gesagt, ich lösche so ein Zeug sonst auch immer. Keine Ahnung, warum ich dieses Mal bis zu Ende gelesen habe.
      Und eigentlich sollte man denen schon sagen, was man von solch unlauteren Angeboten hält.
      LG Sunny

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  2. So ist es - das ist Anstiftung zu einer Straftat. Ich habe diese Anfrage gelöscht. Anderen habe ich auch schon geantwortet, ob sie möchten, dass ich das direkt meinen RA übergebe. Da kommt dann in der Regel keine Antwort mehr zu.

    Die Anfrage ist eine Frechheit. Dass ich mir sicher bin, dass sie jemand annehmen wird, Dummheit der Blogger. Damit ist der Blogger nicht besser als der Anbieter. Ironie ist ja, das Prostituierte ihr unlauter verdientes Geld trotzdem versteuern mussten - wie auch diese Blogger.

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    1. Zwischenzeitlich sind ja die Prostituierten besser gestellt und auch "sozialversichert". Lang hat es gedauert.
      Ironisch finde ich es nicht. Eher peinlich.
      LG Sunny

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  3. Wer hat diese Mail nicht bekommen ?? Ich wette die meisten hatten sie im Kasten. Von daher fallen mir jetzt schon einige ein die dieses Angebot annehmen. Zumindest haben DIE nichts dagegen die bis heute immer noch nicht kapiert haben das sie ihre Post´s wo sie Produkte die gesponsert sind /manche sind auch selbst gekauft... mit Werbung kennzeichnen. Erst gestern noch einen Post dieser Art gelesen.
    Eigentlich sollte das jeder Blogger wissen. ODER ??
    LG Heidi

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    1. Das kommt drauf an. Wenn er sich
      a) nicht aktiv informiert
      b) nicht auf Blogs liest, wo das diskuttiert wird
      c) sich nicht mit anderen Bloggern austauscht....
      oder
      d) zumindest bei anderen liest und merkt, hoppla da wird was gekennzeichnet
      dann könnte es durchaus sein, dass der Blogger es nicht merkt.

      LG Sunny

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    2. Öhm Nein auf diese Blogger treffen deine Argumente leider nicht zu. Ganz im Gegenteil

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    3. Die ganz bezaubernde Petra wo Du auch kommentierst die verzichtet sehr gerne auf Kennzeichnung

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  4. Die Anfrage habe ich auch bekommen und gelöscht. Das ist eine RIESEN SAUEREI! Und es gibt leider immer noch Blogger, die sich auf so einen Mist einlassen.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ich bin schon sehr gespannt, wo diese Posts demnächst auftauchen.
      LG Sunny

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    2. Ich habe diese Mail auch bekommen - wie wohl alle. Aber wir werden nicht erkennen, welche Blogger darauf eingegangen sind, da wir den Kunden/Marke nicht kennen. :-/

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  5. Die Mail hat wohl jeder bekommen. Ich habe sie noch nicht gelöscht und überlege immer noch, was ich damit mache. Da wird der Journalist in mir ziemlich schnell ziemlich wach ;-)
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Frag halt auch mal an, um welchen Kunden es geht.... :-)
      Ich bin zwar kein Journalist, aber mein Unrechtsbewußtsein ist da sofort wach.
      LG Sunny

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  6. Oh ja, über diese Art Agenturen ärgere ich mich ebenfalls - vor allem im Vergleich zur Insta-Foto-Abmahnwelle! Warum spezialisieren sich die Anwälte nicht mal auf diese Firmen oder Agenturen??

    LG
    Gunda

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    1. Vermutlich weil niemand die Mails rausrückt sondern eher löscht. Oder sich eben drauf einlässt.
      LG Sunny

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  7. solche mails bekomme ich nicht ;)
    habe auch noch nie eine deratige Anfrage bekommen
    bin nicht interessant genug...

    was mich trotzdem ärgert
    dass auf fast jedem kleinen und nicht kommerziellen Blog
    jetzt überall der Begriff Werbung auftaucht
    das läuft dem Gesetz zu wider
    denn ich kann kaum noch unterscheiden was nun (bezahlte) Werbung ist und was nicht
    und bei einem kommerziellen Blog gehe ich von mir aus schon grundsätzlich von Werbung aus
    da muss es nicht dabei stehen
    ich fühle mich also nicht unlauter beworben ;)
    was allerdings nicht heißt dass Gesetze umgangen oder gebrochen werden dürfen
    liebe Grüße
    Rosi

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    1. Sei Dir da mal nicht zu sicher. Du kommst auch noch dran. Die "vorgeschriebene Reichweite" ist tatsächlich minimal.

      Ein Blog ist ab der aller, alleresten Kooperation werblich/kommerziell. Und fortan sind alle, alle Posts, die irgendwie als Werbung ausgelegt werden können, als solche zu kennzeichnen.
      Bei selbstgekauftem mit - ohne Auftrag. Theoretisch müsste man sogar kommerzielle, aus social networking gründen verlinkte Blogger ebenfalls mit Werbung - ohne Auftrag kennzeichnen, Musen, Opernhäuser, Konzertlocations, Bands. Einfach alles, was im Netz mehr beachtung findet, je öfter geteilt und verlinkt.

      Was ist für Dich ein kommerzieller Blog?
      VG Sunny

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  8. Oh mei, nicht zu fassen! Bei mir ging diese Mail nicht ein - aber Dein Aufruf ist auf jeden Fall gut! Danke, es zeichnet Dich einfach aus, dass Du zu den Verfechtern der Transparenz gehörst.
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Um das Annehmen ging es mir letztlich nicht. Wer das will, der tut es. Auch ohne meine Erlaubnis. Das Ärgernis ist eher die Blödheit sowas per Mail zu verschicken und zu denken, die merken schon nicht, dass das gar nicht erlaubt ist.
      LG Sunny

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  9. Ja, habe sie auch bekommen. Ich habe überlegt, darauf zu antworten, dass diese Bedingungen nicht rechtens sind. Wenn keiner reagiert, dann ändern die ihre Art und Weise doch nie. Wenn aber die angeschriebenen Blogger ganz klar sagen, dass sie unter solchen Bedinungen nicht zu haben sind, sehen sie vielleicht, dass es so nicht geht.
    LG Eva

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    1. Das ist definitiv eine sehr gute Idee. Ich hoffe hilfe tun das und denken sich nicht, papperlapapp, was geht mich das an. LG Sunny

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  10. Die Anfrage ist dreist und wer drauf einsteigt ist schlichtweg dumm.
    Deine gut recherchierten Hinweise sind viel wert, Sunny.
    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Eine gute Zusammenfassung. Sie wäre mir für eine Post dann aber doch etwas kurz geraten gewesen.
      Danke. LG Sunny

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  11. Ich habe diese Mail auch bekommen und natürlich deutlich geantwortet,dass ich bei sowas nie mitmachen würde!Frechheit!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  12. Huhu Sunny,
    auch ich habe die Mail bekommen und natürlich ignoriert, und das war bestimmt die 4. oder 5. ihrer Art in diesem Jahr.
    So wie ich das sehe, sind das ein paar Agenturen, die unter anderem die Adressen der ue30blogger systematisch abgrasen. Als Netzwerk mit genauer Beschreibung ist der ü30-Adressenfundus natürlich sehr dankbar.
    Glücklicherweise sind die Mails nicht nur rechtlich daneben, sondern auch in der Tonalität derart peinlich amateurhaft geschrieben, dass man die ganze Sache überhaupt nicht ernst nehmen kann. (ich würde jetzt gerne die Absender schimpfen, aber am Ende werden für diese Akquise wieder nur nichtsahnende Praktikanten ausgebeutet, die mit 250 Euro im Monat nach Hause gehen.)

    Und sogar ich versehe meine Beiträge mit einem Werbehinweis, in denen ich auf meinen eigenen Shop hinweise, obwohl sich bei den Inhalten in meinem Blog der "Zweck einer geschäftlichen Handlung unmittelbar ergibt".

    Ulkigerweise wird auf dem Blog nicht weniger oft oder weniger selten gelesen, nachdem ich die Hinweise platziere. Die Leserschaft kümmert es wohl nicht. Wahrscheinlich könnte ich oben in die Klammer schreiben (Werbung / Shophinweis / und übrigens schreibe ich diesen Artikel nackt) und es würde auch keiner wahrnehmen.

    Danke nach mal für die Klarstellung, ich denke ich schreibe mal eine giftige Mail an das Bübchen zurück.
    Sonnige Grüße von Edna Mo (kommentierte heute bekleidet)


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    1. Da bin ich aber jetzt gespannt. Warscheinlich steigt der Beitrag im Ranking wegen Deinem "nackt" jetzt ins un er mess liche.
      *lach*
      LG Sunny

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  13. :-) Liebe Sunny,
    ich habe die Mail auch erhalten und entsprechend geantwortet.
    Das ist wirklich eine Frechheit. Bin sehr gespannt, wer trotzdem darüber schreiben wird.
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

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  14. Ich habe die mail auch bekommen und hätte sowieso nicht geantwortet. hab nach all dem Hickhack um Werbung oder nicht, beschlossen, erstmal überhaupt keine Kooperationen anzunehmen - und daher von Vorneherein Ärger zu vermeiden. Ist mir erstmal lieber so. Sowas ist ne Frechheit! Und illegal, da hast Du Recht.
    Liebe Grüße, Maren

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  15. och menno - ich krieg nie so´ne mails....
    ;-DDDD
    ist doch nicht zu fassen mit was für tricks die arbeiten. andererseits - is halt turbokapitalismus. und der ist ja per se reines, menschenverachtendes gangstertum.
    rock´n roll. xxx

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