Speiseöl in der Hautpflege

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Sommerbeine- gebräunt unter griechischer Sonne 1994

In meinem letzten Beitrag zum Thema „Plastikmüll vermeiden“ (Artikelverlinkung) hatte ich den Viel-Duscherinnen unter Euch vorgeschlagen, Eure Duschfrequenz zu senken und auf die Bodylotion zu verzichten. Im selben Post habe ich schon vom hauteigenen, funktionsfähigen Hydro-Lipid-Mantel gesprochen, der „unterm Jahr“ dafür sorgt, dass ich wirklich nur ganz selten an ein paar Stellen cremen muss.

Zum Beispiel nach dem Sommerurlaub (hier verwende ich meist Walnussöl) oder nach der langen Heizperiode (dann eher Olivenöl), wo die Haut durch trockene Raumluft stark beansprucht worden ist. Einige von Leser sind felsenfest der Meinung, es gäbe an Ihrem Körper Stellen, die ohne zusätzliche Feuchtigkeit und ohne Fett nicht sein könnten. Wenn Ihr Euch also eincremen „müsst“, dann macht es unbedingt „richtig“, weil sonst verschlimmert Ihr die Situation. „Richtig“ bedeutet, verwendet möglichst KEINE Cremes und Lotions mit künstlichen Emulgatoren. Künstliche Emulgatoren trocknen die Haut aus. Wie und warum sie das tun (Artikelverlinkung) habe ich bereits im letzten Post (Artikelverlinkung) geschrieben.

Speiseöle in der kosmetischen Anwendung

Also Einfach Öl drauf und gut? Nein. Ganz so einfach ist es leider nicht. Wie schon im letzten Artikel zu lesen war, braucht Fett (in unserem Fall Speiseöl)
•    auch Feuchtigkeit
•    plus einen Emulgator,
damit die Pflege von der Haut aufgenommen werden kann.

Wenn man Öl und Feuchtigkeit selbst frisch mischt, benötigt man natürlich keine Konservierungsmittel und aber auch KEINE künstlichen Emulgatoren.

Warum nicht?

Wir nutzen als Emulgator einen Stoff, der vom Körper ständig gebildet wird und im Hydro-Lipid-Mantel der Haut enthalten ist. Ich rühre mit den Fingern in der Hand die gewünschte Menge Feuchtigkeit (ich verwende Aloe Vera Gel - Codecheck) mit einer winzigen Menge Öl zusammen und trage die Mischung zügig auf die Haut auf. Die hauteigenen Emulgatoren verbinden Fett und Feuchtigkeit zu einer Emulsion. So kann beides perfekt von der Haut aufgenommen werden.

Man könnte auch einfach das Öl auf den angefeuchteten Körper auftragen. Fragt mich nicht warum, aber ich rubbele gerne meinen Körper nach dem Duschen mit einem „weichspülerfreien“, brettharten Handtuch trocken. Das hat einen sehr schönen Massage- und Peelingeffekt. Deshalb brauche ich dann doch wieder Feuchtigkeit,  wenn ich etwas Öl in die Haut bringen will.

DIY Bodylotion mit Aloe Vera und Speiseöl
Ich fülle immer eine kleine Menge Speiseöl in eine leere Pumpsenderflasche um, sodass ich jederzeit eine Lotion zusammen mischen kann.

Was bietet Walnussöl?

In der Hautpflege ist das Wahlnussöl noch wenig bekannt, was mich im Hinblick auf sein Fettsäure-Spektrum und seinen hohen Vitamin-E-gehalt verwundert.

Der Linolsäureanteil von Walnussöl

Walnussöl gilt als ausgesprochen linolsäurereich. Deshalb lässt es sich leicht auf der Haut verteilen und zieht, wegen des geringen Anteils an langkettigen gesättigten Fettsäuren, schnell ein. Walnussöl ähnelt in seiner Zusammensetzung den menschlichen Hautlipiden.

Die im Walnussöl enthaltene Linolsäure, wirkt entzündungshemmend und bei gereizter Haut lindernd. Walnussöl wird genau deshalb gerne bei irritierter Haut eingesetzt. Direkt nach dem Sonnenbaden oder aber auch jetzt im Herbst tut meinen Schultern und Schienbeinen das Walnussöl besonders gut.

Das Vitamin E im Walnussöl

Vitamin E stellt eine fettlösliche Stoffgruppe dar und ist deshalb nicht nur in den Nüssen selbst, sondern auch im Walnussöl reichlich enthalten.
Vitamin E in der äußerlichen Pflege
•    wirkt antioxidativ
•    wirkt glättend
•    repariert kleine Verletzungen
•    reduziert UV-bedingte Hautschäden
•    und soll Altersflecken vorbeugen.

Sommerbeine - gebräunt unter griechischer Sonne 2018

Es steckt KEIN Vitamin B im Walnussöl

Auch wenn sich im Netz andere Informationen finden lassen, wasserlösliche Vitamine - wie Vitamin B - dürften im Walnussöl, bei seinem minimalen Wassergehalt, nicht mehr nennenswert vertreten sein.

Wer auf die vielen guten anderen Inhaltsstoffe der Walnuss wert legt (wie auf das o.g. Vitamin B), kann diese natürlich einfach essen. Die enthaltenen Stoffe wirken sogar vermutlich viel besser von innen, als von außen.

KEINE fungitoxische Wirkung durch Juglon im Walnussöl

Daneben soll das Öl auch den Farbstoff Juglon enthalten, dem man eine antibakterielle und fungitoxische Wirkung nachsagt. Diverse Artikel im Netz führen diese Wirkung an, wenn es um den kosmetischen Anwendungsbereich des Öls geht. Gerade dann, wenn man sich auf Seiten umsieht, die Walnussöl zum Verkauf anbieten. Denn für den Verkauf ist es ja immer gut, wenn das Anwendungsspektrum der Ware möglichst breit ist.

Was ist Juglon überhaupt?

Bei Juglon handelt es sich um einen Farbstoff, der beim Absterben von Pflanzenteilen für eine Schwarzfärbung sorgt. Blätter und Schalen enthalten diesen Stoff, der dafür sorgt, dass sich andere Pflanzen in der Umgebung nicht ansiedeln können. Der Stoff ist für Tiere und Pflanzen gleichermaßen giftig. In reifen Nüssen ist ein Gehalt an Juglon jedoch sehr unwahrscheinlich. Deshalb wird es sich auch nicht im Öl der Nüsse nachweisen lassen.

DIY Bodylotion mit AloeVera Gel und Granatapfelhandcreme von Weleda

Die Wahl des richtigen Fetts

Vitamin E ist übrigens auch in Olivenöl enthalten. Je nachdem, ob meine Haut mehr Feuchtigkeit oder mehr Fett braucht, wähle ich ein trockenes (Walnuss) oder nichttrockenes Öl (Oliven).
Für die Beine verwende ich gern Öle, für Arme, Schulterblätter oder Dekolleté mische ich das Gel auch schon mal mit meinem Klecks meiner Granatapfelhandcreme (Artikelverlinkung). Hauptsächlich wegen des leichten Duftes und wegen der regenerierenden Wirkung. Natürlich enthält die „fertige“ Handcreme schon etwas Emulsion und leider auch Glycerin.

Wieso „leider Glycerin“?

In den meisten Cremes mit feuchtigkeitsspendender Wirkung ist Glycerin verarbeitet. Glycerin ist aber grundsätzlich nur bei ausreichend Luftfeuchtigkeit tatsächlich „gut und feuchtigkeitsspendend“. Ist die Luft trocken (Heizung), zieht das Glycerin wie ein Schwamm die Feuchtigkeit aus der Haut („feuchtigkeitsraubend“ ist dann wohl der passende Ausdruck).

Also ist es wichtig, dass immer genug Feuchtigkeit mitgeliefert wird, wenn Glycerin im Spiel ist. Die Handcreme habe ich Euch u.a. deshalb auch nicht für den Winter empfohlen. Aber verdünnt in meiner „Bodylotion“, kann ich keinen austrocknenden Effekt bemerken.

Guckt also bei Eurer Handcreme mal nach, dass das Glycerin nicht zu weit oben in der Zutatenliste steht und dass ausreichend pflanzliche Öle verarbeitet worden sind. Gerade dann, wenn Ihr einen Schuldigen für Eure trockenen Hände sucht. Und wenn Ihr Euch wundert, warum die Hände trotz Cremen immer noch trockener werden. Das ist übrigens auch der Grund, warum Labello NICHT gut ist und die Lippen immer trockener werden lässt.

DIY Bodylotion mit AloeVera Gel und Granatapfelhandcreme von Weleda

Hautpflege ist keine Zauberei

Trotzdem seht Ihr schon, die Hautpflege ist ein komplexes Feld mit seinen unterschiedlichen chemischen Reaktionen. Ich habe für diesen Artikel nochmal viel recherchiert, was ich mir vorher über die Jahre angelesen hatte. Leider ist es so, dass im Netz viel abgeschrieben wird und deshalb oft Halbwahrheiten verbreitet werden. Aber nur weil etwas 100 Mal geschrieben wird, muss es nicht stimmen. Es ist immer gut über etwas nachzudenken und die eigenen Beobachtungen und Erfahrungen einfließen zu lassen, bevor man eine Entscheidung trifft.

Einiges was ich hier für Euch zusammen geschrieben habe, hab ich sogar noch mit meinem Haus und Hof „Biologie-Techniker“ durchgesprochen um meine Schlussfolgerungen zu relativieren.
Natürlich würde ich es wunderbar finden, wenn man den Hersteller des Aloe Gels dazu bringen könnte, eine umweltverträglichere Verpackung zu liefern. Größer geht leider nicht, da das Gel keine Konservierungsstoffe enthält. Ich werde mir deshalb Aloe-Pflanzen zulegen und so das Gel selbst auch frisch „ernten“ zu können. Ob und wie das klappt, werde ich Euch gerne berichten.

Artikuliere Deine Wünsche

Eva (Artikelempfehlung) hat gestern in einem Blogpost übrigens eine kostenlose App fürs Handy vorgestellt, mit der man sich direkt an den Hersteller eines Produktes richten kann, wann man sich eine weniger plastiklastigere und damit umweltverträglichere Verpackung für ein gutes Produkt wünschen würde.

Ich habe mir die App von https://www.kueste-gegen-plastik.de (Seitenempfehlung) übrigens schon installiert. Und auch schon das Aloe Vera Gel und seinen Hersteller dort auf die Meldeliste setzen lassen. Die App ist kostenlos und heißt ReplacePlastic. Wer sich nichts aufs Handy pfeffern möchte, kann die App auch ganz normal über den Browser auf allen Endgeräten aufrufen. https://www.replaceplastic.de (Seitenempfehlung)

Kommt mir gut durch den Donnerstag, lasst es Euch gut gehen und bleibts ma gsund
Sunny

Kommentare

  1. Toller Post Sunny. Klasse Tipps sind das. Ich benutze gern Olivenöl und Kokosöl, das habe ich nämlich auch immer im Haus. Olivenöl ist auch toll bei Vernarbungen. Traunenkernöl ist teuer, aber empfehlenswert. Walnussöl hatte ich nicht auf dem Schirm.
    Danke für den Tipp mit der App. Weniger Plastik wär toll.
    Liebe Grüße Tina

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    1. Das Walnussöl hatte ich mal in einem "Fresskorb" für die Küche als Geschenk bekommen. Geschmacklich ein Traum. Besonders auf Salaten mit Tomaten mag ich es super gern. Weil es schnell verdirbt gibt es das nur in kleinen Portionen.
      Und ja. Weniger Plastik wäre wirklich toll.
      LG Sunny

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  2. Super Info. Da muss ich doch mal meine Handcreme anschauen, da ich sehr trockene Hände habe. Nach dem Duschen creme ich mich selten ein, aber nur aus Faulheit....wozu die doch manchmal gut ist.
    Was sagst du denn zum Aloe vera gel von Spinnrad ? Ist eine Gasflasche !
    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Nich zu cremen, habe ich auch aus Faulheit begonnen. Und festgestellt, dass es auf Dauer ungecremt sogar besser ist.
      Das Aloe gel von Spinnrad hat Konservierungsstoffe. Mein Mann verwendet das Gel auch für seine Kopfhaut, die sich unter Stress gerne stellenweise rötet, leicht schuppt und juckt. Und der verträgt gerade Konservierungsmittel ganz schlecht. Deshalb habe ich es ursprünglich auch gekauft. Es enthält nur den Pflanzensaft.
      LG Sunny

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  3. Das mit der App ist eine tolle Info, liebe Sunny! Ich creme mich übrigens zumeist auf der feuchten Haut mit Arganöl, Kokosöl oder Olivenöl aus der Bio-Lebensmittelabteilung ein (oder gar nciht, weil ich drauf vergesse ;-)). Walnussöl habe ich noch nicht probiert... (bzw. bisher nur am Herbst-Salat ;-)) Bitte den Beitrag bei nächster Gelegenheit bei ANL velrinken!!!
    Alles Liebe, Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2018/11/herbstbunt-und-novembergrau.html

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    1. Hätte ich das Walnussöl nicht geschenkt bekommen, hätte ich es auch nicht auf dem Schirm gehabt. Und ja. Auf dem Salat mag ich es auch. Sehr sogar.
      Natürlich werde ich verlinken.
      LG Sunny

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  4. Super Tipp mit dem Mischen von Aloe Vera-Gel und Öl. Ich hab beides im haus und bin selbst noch gar nicht drauf gekommen - muss ich unbedingt ausprobieren!
    Liebe Grüße
    Maren

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  5. kokosöl. bio, im glas, aus der lebensmittelabteilung.
    wenn man genug trinkt und gut durchblutet ist, feuchtet die haut von innen - und der kokosöl-film AUF der haut verhindert das verdunsten bei trockener luft. IN DIE HAUT bekommt man nix ausser mit einer injektion.......
    xxxx

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  6. Danke dir für diesen hervorragenden Artikel! Walnussöl habe ich bisher nur am Salat, sehr interessant!
    Im Moment benutze ich das Trilogy (Werbung?) Rosehip Oil (Rosa mosqueta Oil) immer am Abend und bin total begeistert!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  7. Huhu Sunny, Walnussöl benutze ich gerne für meine Seife. Ist nicht überall zu bekommen und auch nicht das Günstigste, aber macht sehr schöne rückfettende Seife. Fertige Cremes mit Ölen zu "verbessern" habe ich früher auch gemacht, aber auf Dauer hat mich das geärgert. Mir ist das auch zu aufwändig, immer mit mehreren Dosen zu hantieren.Aber übergangsweise hat mir das sehr geholfen.
    Buttrige Grüße sendet Dir Edna Mo

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