Gythion #8

Gythion-Marathonisi-Peloponnes

Heute geht es also um Gythion. Dem Tor zur Mani, wie die kleine Hafenstadt an der nordöstlichen Küste der Mani auch genannt wird.  Wenn der Peloponnes schon etwas besonderes ist, dann kann das die Mani - ihr Mittelfinger -  auf alle Fälle toppen. Die Maniaten sind von jeher als unberechenbar, frei, wild und vor allem streitsüchtig bekannt.


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Lage und Bedeutung

Gythion liegt am Lakonischen Golf im Süden der Peloponnes in der Präfektur Lakonien. Sie ist der Hauptort der östlichen Mani, dem Mittelfinger der Peloponnes. Gythio ist eine Kleinstadt mit eine lange Hafenpromenade. Ihre vielen steilen Treppen und malerische Gassen stehen für ein urgriechisches Ortsbild.

Die Bucht von Gythio bietet von Natur aus einen guten Schutz für Schiffe. Der heute ausgebaute Hafen ist Fährhafen für Verbindungen zu den Inseln Kythira und Kreta. Der Hafen von Gythion ist nicht tief genug für moderne Handelsschiffe. Möglicherweise verlor er deshalb seine Bedeutung als Umschlagshafen. Der Güterverkehr nach Lakonien wurde seit dem 2. Weltkrieg immer mehr auf die Straße verlagert.

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Die Maniaten, ein ganz besonders Volk

Die Dorer, Spartaner, Slawen, Franken, Venezianer und Türken waren auf der Mani. Keine der „Besatzungsmächte“ konnte die Maniaten unterdrücken. Sie blieben immer unberechenbar, frei, wild und vor allem untereinander zerstritten. Vermutlich hat sich deshalb auch ein ganz spezieller Baustil auf der Mani durchgesetzt. Die Gebäude sind oft sehr hohe Wohntürme, die einen sofort an sogenannte Wehrtürme denken lassen.

Die Insel Marathonisi

In der Nähe des Hafens von Gythion liegt die kleine Insel Marathonisi, die das Stadtbild malerisch gegen das offene Meer hin ab grenzt. Auf der Insel finden sich ein Pinienwäldchen und ein Leuchtturm. 1898 wurde die Insel Marathonisi mit Gythion durch einen Damm verbunden.

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Die Geschichte Gythions

Die griechische Mythologie

Paris und Helena sollen hier auf der Flucht von Sparta nach Troja ihre erste Liebesnacht verbracht haben.

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Die Mykener

Der Hügel Marathonisi war bereits während frühen Bronzezeit besiedelt. Marathonisi war währende der Spätmykenischen Zeit ein bedeutender Ort.

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Die Dorer

Der Ursprung der dorischen Siedlung Gythion auf dem Festland liegt im Dunkeln. Gythion war eine von Sparta abhängige Stadt. Nachdem die Spartaner zu Beginn des 5. Jh. v. Chr. den Hafen ausgebaut hatten, wurde Gythion zum Haupthafen des 45 km entfernt gelegenen Sparta.

Die Römer

Während der Römerzeit erlebte Gythion seine wirtschaftliche Blütezeit. Der Wohlstand entwickelte sich. Es gab regen Handel, vor allem durch den Abbau von Marmor und Eichenholz. Die Stadt wuchs und es wurden ein Theater gebaut und Thermen errichtet.
Aus ihrer antiken Vergangenheit hat die Stadt heute nur mehr ein kleines römisches Theater zu bieten. Andere antike Gebäude versanken im 4. Jh. n. Chr. durch ein Erdbeben unter dem Meeresspiegel (an dieser Stelle fällt mir Atlantis ein. Das sank, weil – lt. Erik dem Wikinger – die amerikanischen Notenbanken nicht intervenierten. Und genau durch dieses Erdbeben wurde der Hügel Marathonisi zu einer Insel.


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Das Mittelalter

Im 6. Jh. kam es zu schweren Krisen auf dem Balkan und in der Ägäis und die Wirtschaft brach zusammen. Das Mittelalter war nicht nur im damaligen Griechenland ein dunkles Kapitel der Geschichte. Es sind keine archäologischen oder schriftlichen Zeugnisse aus dieser Zeit bekannt. Die mittelalterliche Gesellschaft der Mani war gekennzeichnet durch Piraterie, Fehden und Blutrache.

Die Griechische Revolution im 19. Jahrhundert

Die Stadt Gythion bzw. die Insel Marathonisi spielten während der Griechischen Revolution (1821–1829) eine bedeutende Rolle. Wir erinnern uns. In diesem Zeitfenster wurden Methóni und Koróni von den Türken befreit. Viele griechische Freiheitskämpfer kamen von der Mani.
Die größte Treva wurde 1821 auf der gesamten Mani ausgerufen. Damals zog Petros Mavromichalis mit den vereinigten Clans der Mani in den Krieg gegen die Türken.

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Was ist eine Treva? 
Dazu muss man wissen, ein sehr langes und grausames Kapitel der maniatischen Kultur befasst sich mit der Blutrache (Vendetta). Benötigte einer der an der Blutrache beteiligten Clans eine sogenannte Treva, z. B. für Beerdigungen oder die Ernte, so wurde eine Feuerpause ausgehandelt.

In der Mitte der Insel Marathonisi befindet sich der Giannetakis-Turm, der Wohnturm der Familie Gregorakis, der heute ein Museum beherbergt. Während der griechischen Freiheitskämpfe war die kleine Insel eines der Hauptzentren der griechischen Revolution und einer der wichtigsten Orte des bereits befreiten Lakonien. Nach dem Ausbruch der Revolution am 23. März 1821 wurde auf Marathonisi die Revolutionsfahne gehisst und die Insel wurde zum Operationszentrum der griechischen Flotte.

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Während und nach dem 2. Weltkrieg

Die Bevölkerung der Stadt entwickelte sich kontinuierlich und erreichte bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges knapp 7000 Einwohner. Im Zweiten Weltkrieg wurden über Gythio Bomben abgeworfen und die Menschen begannen abzuwandern. Im nachfolgenden Griechischen Bürgerkrieg (1946–1949) litt Gythio unter den kommunistischen Guerillakriegern, die vom nahegelegenen Taygetosgebirge aus agierten.

Pläne für 2020

Leider haben Rudi und ich die Mani bei unserem ersten gemeinsamen Besuch im April 2019 nur gestreift.

Für 2020 haben wir uns auch hier zwischenzeitlich wieder für 2 Nächte im Olive Yard bei Gythion eingemietet. Die Unterkunft hat uns auch heuer schon schwer begeistert. 

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Und im kommenden April geht es dann zu den Tropfsteinhöhlen bei Pyrgos Dirou, an den Schildkrötenstrand von Mavrovouni und zu den Wohntürmen von Vathia, ganz im Süden der Mani. Das habe ich im Juli 1988 schon alles einmal besucht. Und ich vermute ganz arg, diese läppischen 32 Jahren haben ihnen nichts anhaben können.
So wie mir auch nicht. Denn im Herzen bin ich immer noch wie vor 32 Jahren. Unberechenbar, frei und wild.

In diesem Sinne. Genau in diesem Sinne. Lasst es Euch gut gehen und bleibts ma gsund
Sunny

Kommentare

  1. Du bist definitiv wie die Maniaten!
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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  2. wat ne scheene gegend!!!
    und soviel geschichte auf schrit & tritt....
    xxxx

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  3. Da bekomme ich gleich Sehnsucht nach dem Frühling, wo es hier gerade so grau und kalt ist. So schöne Bilder. Ich bin gespannt, welche Eindrücke du von der Reise im nächsten Jahr mitbringen wirst.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Die Fotos sind ein Traum. Die Bucht sieht so wunderschön aus. Ihr macht tolle Reisen, freue mich auf die nächsten Bilder. Da auch speziell auf die Wohntürme, muss mal googeln wie die aussehen, die sind bestimmt sehr alt.

    Liebe Grüße <3

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  5. Es ist wunderbar, Griechenland durch deine Artikel kennenzulernen, schöne und idyllische Städte, von denen ich noch nie zuvor gehört habe.Die Bilder und die Geschichte von Mani sind beeindruckend, sehr schöne Stadt!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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